Klimaexpedition und ökologischer Landbau

Jedes Jahr veranstaltet der Verein „Landwirtschaft und Oekologisches Gleichgewicht mit Osteuropa - LOGO e.V.“ Seminare für Agrarstudenten aus der ehemaligen UdSSR. In der zweiten Juliwoche war LOGO mit 30 Studenten aus Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Russland, Tadschikistan und der Ukraine zu Gast in Rottenburg.

Im Sommer 2013 absolvieren bundesweit etwa 150 Agrarstudenten sechs- bis zwölfmonatige Praktika in Betrieben des ökologischen Landbaus. In den Seminaren wird den Praktikanten zusätzliches Fachwissen zum ökologischen Landbau und zu erneuerbaren Energien vermittelt. Zu den Seminaren sind grundsätzlich interessierte Gäste willkommen.
Eines von fünf Seminaren „Einführung in den ökologischen Landbau“ fand für 30 Studenten vom 07. bis zum 13. Juli im Haus Kalkweil bei Rottenburg statt. Im Selbstversorgerhaus verpflegte sich die Gruppe überwiegend mit ökologischen Produkten aus dem regionalen Handel. Zu den Lieferanten gehörten die Demeter Bäckerei Vees, die Bioland Erzeugergemeinschaft Rebio (beide in Rottenburg) sowie der Partyservice Egeler in Reusten.
erdeDas Seminar begann am Montag mit einer „Klimaexpedition“ der Geoscopia Umweltbildung aus Bochum. Zu dieser Veranstaltung waren über die Volkshochschule Rottenburg auch Menschen aus der Umgebung eingeladen worden. Mit Live-Satellitenbildern zeigte der Referent Thomas Rahne Spuren, die menschliches Handeln bei der Veränderung von Lebensbedingungen hinterlässt. Vor allem die Zeitraffung verdeutlichte das Abnehmen der arktischen Eisfläche, das Verschwinden riesiger Urwaldflächen in Südamerika zugunsten einer erhöhten Fleischproduktion in Europa. Als Folge der Erderwärmung werden Permafrostböden auftauen, die Methan freisetzen und nochmals den Treibhauseffekt beschleunigen. Thomas Rahne regte die Zuhörer mit zunächst einfachen Fragen zur Diskussion an und bewegte sie zu einer aktiven Teilnahme an der Klimaexpedition. Sie entwickelten mehr Sensibilität für die bedrohte Umwelt und lernten, dass auch Land- und Forstwirte Verantwortung für den Klimawandel tragen.

rebioAm Seminar wirkten mehrere Referenten u.a. aus Rottenburg mit. Von der Hochschule Rottenburg berichtete Prof. Gerald Steil über Projekte zum Heizen mit Biomasse. Bei einer Exkursion informierte der  Geschäftsführer Wolfgang Sickler von der regionalen Bioland Erzeugergemeinschaft Rottenburg über die Getreidevermarktung. Der Betriebsleiter vom Hofgut Martinsberg, Joachim Schneider, stellte Systeme zur mobilen Geflügelhaltung vor. Prof. Martin Brunotte führte die Praktikanten über den Campus des Schadenweiler Hofes und stellte Lehre und Forschung des Studiengangs „Bioenergie“ vor.

Die Klimaexpedition erfolgte mit finanzieller Unterstützung des BMZ.

bmz